Ratgeber
Häcker concept130 oder systemat? Der ausführliche Vergleich

concept130 ist die vielseitige Linie für hochwertige Alltagsküchen — systemat die Premiumoption, wenn Planungsfreiheit, Materialtiefe und Sonderlösungen im Mittelpunkt stehen.
Beide Linien basieren auf dem 130-mm-Raster — der Unterschied liegt in Korpushöhen, Auszugstiefen, Materialien und Sonderlösungen.
concept130 bietet Metro-Auszüge mit 46 und 56 cm Tiefe; systemat ergänzt SLD-Auszüge bis 71 cm und den 84,5-cm-Unterschrankkorpus.
systemat erweitert die Serienvielfalt um Linoleum, Beton, Echtholzfurniere und über 1.900 NCS- sowie 190 RAL-Farbtöne.
Der Mehrpreis von systemat lohnt sich vor allem, wenn die Premiummerkmale tatsächlich in der Planung genutzt werden.
Fazit
Nicht welche Linie allgemein besser ist, entscheidet — sondern welche konkreten Merkmale in deiner Küche einen messbaren Nutzen bringen.
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Häcker bietet mit concept130 und systemat zwei Küchenlinien, die auf demselben 130-mm-Raster basieren, aber unterschiedliche Schwerpunkte setzen. concept130 ist die vielseitige, gut kalkulierbare Linie für hochwertige Küchen mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis. systemat ist die Premiumlinie für Planungen, bei denen zusätzliche Korpushöhen und -tiefen, exklusive Auszugssysteme, besondere Materialien und architektonische Sonderlösungen eine zentrale Rolle spielen.
Der Unterschied in einem Satz: concept130 bietet sehr viele sinnvolle Möglichkeiten für eine hochwertige Alltagsküche; systemat erweitert diese Basis um mehr Planungsfreiheit, exklusivere Materialien und technische Premiumdetails.
Wichtig ist: systemat ist nicht automatisch in jeder Küche die bessere Wahl. Der Mehrpreis lohnt sich vor allem dann, wenn die zusätzlichen Möglichkeiten tatsächlich genutzt werden.
Häcker concept130 und systemat im direkten Vergleich
| Kategorie | concept130 | systemat |
|---|---|---|
| Positionierung | hochwertige, breit aufgestellte Produktlinie | Premiumlinie |
| Unterschrankhöhen | 71,5 und 78 cm | 71,5, 78 und 84,5 cm |
| Auszugstiefen | 46 und 56 cm | 46, 56, 61 und 71 cm, abhängig vom System |
| Auszugssysteme | Metro Line, Metro Box, Metro Glas | Metro sowie exklusiv SLD |
| Zargenstärke | Metro Box: 16 mm | SLD: 8 mm |
| Auszugsbeleuchtung | nicht Bestandteil des Metro-Standards | für SLD-Auszüge erhältlich |
| Materialien | robuste Dekore, PerfectSense, Lack und Holzfronten | zusätzlich Linoleum, Beton, Stein- und Echtholzfurniere |
| Farbauswahl | abgestimmte Serien- und Trendfarben | zusätzlich sehr große RAL- und NCS-Auswahl |
| Korpus / Innenfarben | Kristallweiß, Feineiche, Titan | Kristallweiß, Lichtgrau, Titan, Feineiche-natur |
| Sonderlösungen | umfangreiche Serienplanung | zusätzliche Tiefen, Pocket Doors und weitere Premiumlösungen |
| Preisniveau | im direkten Vergleich meist günstiger | meist höher, abhängig von Material und Ausstattung |
1. Korpushöhen und Ergonomie

Die Korpushöhe beeinflusst den Stauraum, die Aufteilung der Fronten und die mögliche Arbeitshöhe. Sie darf nicht mit der vollständigen Arbeitshöhe verwechselt werden. Zu ihr kommen noch Sockel, Arbeitsplatte und gegebenenfalls Unterkonstruktionen hinzu.
Bei concept130 stehen zwei Unterschrankhöhen zur Verfügung: 71,5 cm und 78 cm. Häcker nennt darüber hinaus zehn unterschiedliche Hochschrankhöhen. Damit lassen sich die meisten ergonomischen und räumlichen Anforderungen bereits gut abdecken.
systemat ergänzt diese Auswahl um einen 84,5 cm hohen Unterschrankkorpus. Die Hochschränke können laut Häcker bis zu 234 cm Korpushöhe erreichen. Der zusätzliche 84,5-cm-Korpus ist besonders interessant, wenn eine höhere Arbeitsfläche mit einem niedrigen Sockel kombiniert werden soll. Gleichzeitig verlagert sich zusätzlicher Stauraum aus dem Sockel in den tatsächlich nutzbaren Möbelkorpus.
Für durchschnittliche Körpergrößen ist der 78-cm-Korpus häufig vollkommen ausreichend. Der 84,5-cm-Korpus wird vor allem bei größeren Personen, sehr niedrigen Sockeln oder bewusst hoch geplanten Kücheninseln relevant.
2. Schranktiefe und nutzbarer Stauraum

concept130 bietet für die dargestellten Innenorganisationen Korpustiefen von 46 und 56 cm. Die 56-cm-Ausführung entspricht der üblichen Tiefe hochwertiger Küchenunterschränke und bietet bereits viel Stauraum.
systemat erweitert das Spektrum je nach Auszugssystem auf 46, 56, 61 und 71 cm. Die zusätzlichen Tiefen von 61 und 71 cm sind mit dem SLD-System realisierbar. Das Metro-System bleibt auf 35, 46 und 56 cm beschränkt.
Besonders die 61-cm-Tiefe ist im Alltag relevant. Fünf zusätzliche Zentimeter können ausreichen, um zwei Töpfe, Vorratsbehälter oder Tellerreihen besser hintereinander anzuordnen. Häcker bewirbt die 61-cm-Auszüge ausdrücklich mit der Möglichkeit, zwei Kochtöpfe hintereinander zu lagern.
Mehr Tiefe bedeutet aber auch einen höheren Flächenbedarf. Eine 61 oder 71 cm tiefe Zeile ragt weiter in den Raum, verändert die Laufwege und kann eine tiefere Arbeitsplatte erfordern. In kleinen Küchen kann die kompaktere 56-cm-Planung daher sinnvoller sein.
3. Schubladen und Auszüge

concept130 verwendet das Metro-Auszugssystem. Es ist als Metro Line mit Reling, als geschlossene Metro Box und als Variante mit Klarglas erhältlich. Vollauszug, Selbsteinzug und Softeinzug gehören zur technischen Ausstattung. Die geschlossene Metro-Box-Zarge ist 16 mm stark.
systemat kann ebenfalls mit Metro ausgestattet werden, bietet zusätzlich jedoch den exklusiven SLD – SlimLine Drawer. Die SLD-Zarge ist nur 8 mm stark. Sie wirkt filigraner und beansprucht seitlich weniger Raum. SLD ist außerdem in größeren Tiefen, mit Glaszarge und mit Auszugsbeleuchtung erhältlich.
Bei der Belastbarkeit liegen beide Systeme auf einem hohen Niveau. Die technischen Unterlagen nennen für normale Schubkästen 40 kg und für breite Auszüge bis zu 70 kg einschließlich Front, Griff und Eigengewicht. Der Mehrwert des SLD liegt daher weniger in der Tragfähigkeit als in der schmaleren Zarge, der größeren Tiefenauswahl, der Optik und den Beleuchtungsmöglichkeiten.
4. Fronten, Farben und Materialien

concept130 deckt bereits ein breites Spektrum ab. Dazu gehören Melaminharz- und Schichtstoffoberflächen, Lacklaminate, Matt- und Hochglanzlack, PerfectSense-Oberflächen, Holzdekore und lackierte Echtholz-Rahmenfronten. Häcker nennt 27 Programme sowie eine große Auswahl aufeinander abgestimmter Farben und Oberflächen.
Für robuste Familienküchen sind Schichtstoff-, Melaminharz- und PerfectSense-Oberflächen häufig besonders sinnvoll. Sie bieten eine pflegeleichte Alternative zu empfindlicheren Naturmaterialien. concept130 enthält außerdem mehrere moderne Landhausfronten und grifflose ART-Programme.
systemat erweitert diese Auswahl um deutlich ausgeprägtere Premium- und Naturmaterialien. Dazu gehören unter anderem Linoleum, Beton, Zement, Steinfurnier, Schieferfurnier, besondere Echtholzfurniere und Metallicoberflächen.
Hinzu kommt eine sehr große Farbindividualisierung. Häcker nennt mehr als 1.900 NCS- und rund 190 RAL-Farbtöne. Dadurch kann eine systemat-Küche genauer an Wandfarben, Architektur und individuelle Interior-Konzepte angepasst werden.
Der Unterschied lautet deshalb nicht „wenig Auswahl gegen viel Auswahl“. concept130 bietet eine breite, gut strukturierte Serienvielfalt. systemat bietet darüber hinaus mehr Materialtiefe und eine deutlich individuellere Farbgestaltung.
5. Innenfarben und Designkorpus

Bei concept130 stehen als Korpusfarben Kristallweiß, Feineiche und Titan zur Verfügung. Häcker nennt im Projektgeschäft elf Korpusaußenfarben; das Innenfarbkonzept ist damit stärker vereinheitlicht als bei systemat.
Bei systemat stehen Designkorpusse in Kristallweiß, Lichtgrau, Titan und Feineiche-natur zur Verfügung. Innen-, Außen- und Kantenfarbe können dabei farblich aufeinander abgestimmt werden. Dadurch wirken offene Schränke, Vitrinen, Hochschrankblöcke und beleuchtete Innenräume stärker wie vollständige Wohnmöbel.
Der Unterschied ist bei geschlossenen Schränken weniger sichtbar. Bei Vitrinen, offenen Regalen, Pocket-Door-Nischen und beleuchteten Hochschränken kann er dagegen das gesamte Erscheinungsbild der Küche prägen.
6. Planungsvielfalt und Sonderlösungen

concept130 arbeitet mit einer klaren Raster- und Programmlogik. Zwei Unterschrankhöhen, zahlreiche Hochschrankhöhen, unterschiedliche Schrankbreiten, grifflose Programme sowie Küchen- und Wohnmöbel ermöglichen bereits eine sehr flexible Planung.
systemat bietet darüber hinaus zusätzliche Korpushöhen und -tiefen, Pocket Doors, Tandem-Schwenkauszüge, besondere Vitrinen und umfangreichere innenarchitektonische Lösungen.
Pocket Doors sind beispielsweise sinnvoll, wenn Elektrogeräte, eine Kaffeestation oder eine vollständige Arbeitsnische hinter großen Türen verschwinden sollen. Beim Öffnen werden die Türen seitlich in Taschen geschoben. Sie stehen dadurch während der Nutzung nicht in den Raum.
Der Tandem-Schwenkauszug bringt beim Öffnen sowohl innere Regalböden als auch an der Tür befestigte Ablagen nach vorne. Vorräte werden dadurch übersichtlicher und sind leichter erreichbar.
Solche Lösungen sind nicht notwendig, um eine funktionale Küche zu planen. In offenen Wohnküchen können sie jedoch einen erheblichen gestalterischen und organisatorischen Mehrwert bieten.
7. Grifflose Küchen und Beleuchtung

Beide Produktlinien können grifflos geplant werden. Bei concept130 ART werden die Korpusseiten für die Kehlleisten vorbereitet. Unterschiedliche Kehlleistenfarben und ein optionales Beleuchtungsprofil mit einstellbarer Farbtemperatur ermöglichen eine hochwertige, geradlinige Gestaltung.
Auch systemat bietet grifflose ART-Planungen. Zusätzlich können SLD-Auszüge mit integrierter Beleuchtung ausgestattet werden. Die Beleuchtung ist an der Korpusseite montiert und leuchtet den geöffneten Auszug aus.
Gute Beleuchtung sollte nicht nur als Designeffekt verstanden werden. Arbeitsplatz-, Nischen-, Schrank- und Auszugsbeleuchtung verbessert die Orientierung und macht tiefe oder dunkle Innenräume besser nutzbar.
concept130 deckt die wesentlichen Beleuchtungsaufgaben ab. systemat bietet zusätzliche Möglichkeiten, Licht als Bestandteil der Möbelarchitektur einzusetzen.
8. Preis und Preis-Leistungs-Verhältnis

Eine seriöse pauschale Preisdifferenz lässt sich nicht nennen. Frontmaterial, Arbeitsplatte, Geräte, Schranktypen, Innenausstattung und Sonderanfertigungen beeinflussen den Endpreis erheblich.
Häcker ordnet beide Produktlinien dem mittleren bis Premiumsegment zu, bezeichnet systemat jedoch ausdrücklich als Premiumküchenlinie. Daraus lässt sich ableiten, dass eine vergleichbar geplante systemat-Küche normalerweise höher positioniert ist als concept130. Die konkrete Differenz hängt davon ab, welche Premiummerkmale ausgewählt werden.
concept130 ist besonders attraktiv, wenn das Budget gezielt in hochwertige Elektrogeräte, eine bessere Arbeitsplatte, mehr Auszüge oder zusätzliche Schränke investiert werden soll.
systemat rechtfertigt den Mehrpreis vor allem, wenn konkrete Zusatzfunktionen genutzt werden:
- 61 oder 71 cm tiefe Auszüge,
- der 84,5-cm-Korpus,
- SLD-Auszüge,
- Auszugsbeleuchtung,
- individuelle RAL- oder NCS-Farben,
- Designkorpusse,
- besondere Naturmaterialien,
- Pocket Doors,
- aufwendige Vitrinen- und Wohnraumlösungen.
Wer systemat wählt, anschließend aber nur Standardtiefen, einfache Serienfronten und Metro-Auszüge plant, schöpft den möglichen Mehrwert der Linie nur teilweise aus.
Welche Häcker-Linie ist die richtige?

concept130 ist meist die bessere Wahl, wenn:
- ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im Mittelpunkt steht,
- eine robuste Familienküche geplant wird,
- 56 cm tiefe Schränke und Metro-Auszüge ausreichen,
- die Serien- und Trendfarben den Gestaltungswunsch abdecken,
- keine außergewöhnlichen Naturmaterialien benötigt werden,
- das Budget stärker in Geräte, Arbeitsplatte oder zusätzliche Schränke fließen soll.
systemat ist meist die bessere Wahl, wenn:
- 61 oder 71 cm tiefe Auszüge einen funktionalen Vorteil bringen,
- der 84,5-cm-Korpus für Ergonomie und Stauraum benötigt wird,
- SLD-Auszüge und Auszugsbeleuchtung gewünscht sind,
- besondere Materialien oder individuelle RAL- und NCS-Farben entscheidend sind,
- ein durchgehend farblich abgestimmter Designkorpus gewünscht wird,
- Pocket Doors, Tandem-Systeme oder andere Sonderlösungen eingeplant werden,
- die Küche als individuelles Architektur- und Wohnmöbel gestaltet werden soll.
Fazit
concept130 ist keine einfache Einstiegslinie, sondern eine hochwertige und sehr vielseitige Küchenserie. Für viele Haushalte bietet sie die wirtschaftlich sinnvollere Kombination aus Qualität, Stauraum, Design und Preis.
systemat ist dann überlegen, wenn eine Planung bewusst über den Standard hinausgeht. Die zusätzlichen Tiefen, der 84,5-cm-Korpus, SLD-Auszüge, exklusive Materialien, Designkorpusse und Sonderlösungen schaffen Möglichkeiten, die concept130 nicht oder nicht in derselben Bandbreite bietet.
Die richtige Entscheidung entsteht deshalb nicht durch die Frage, welche Produktlinie allgemein besser ist. Entscheidend ist, welche konkreten Merkmale in der eigenen Küche einen messbaren Nutzen bringen.
Für eine individuelle Beratung zu concept130 und systemat erreichst du uns unter Kontakt.
